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ISNYERIN BIANCA KEYBACH WIRD NACHFOLGERIN VON THOMAS FRITZ

Aus Oberstaufen zur neuen IMG-Geschäftsführerin

Isny - Ihr größter Coup war, als der Internet-Riese Google den seinerzeit heftig umstrittenen Service „Street View“ mit einer großen Party in Oberstaufen deutschlandweit freigeschaltet hat.  
Gestern wurde öffentlich, dass Bianca Keybach zum 1. Januar 2018 neue Geschäftsführerin der Isny Marketing GmbH (IMG) wird als Nachfolgerin von Thomas Fritz. Die gebürtige Isnyerin ist ausgewiesene Marketing-Expertin, vor allem im Tourismusbereich.   
  
In ihren zehn Jahren als Geschäftsführerin der Oberstaufen Tourismus GmbH verschaffte sie dem Schrothkurort wiederholt überregionale Wahrnehmung. Wie das einst mit Google lief und was sie sich für die neue Teilzeit-Aufgabe in Isny vorgenommen hat, verriet Keybach SZ-Redakteur Tobias Schumacher.  
  
 
Bianca Keybach, wie bringt man Google aus dem Silicon Valley nach Oberstaufen? 
Strategisch kann man das nicht planen, es ging eher dank meines jugendlichen Alters und auch dem meines Teams. Als ich Geschäftsführerin wurde, war ich 26, als „Google Street View“ aufkam 30. Wir haben uns schon damals intensiv mit den Sozialen Medien beschäftigt. Ich muss aber gestehen, wir haben auch viele dumme Sachen gemacht...  
  
 
Was zum Beispiel? 
Wenn wir abends unterwegs waren, haben wir Fotos von uns im Facebook-Profil von Oberstaufen veröffentlicht. Das geht heute gar nicht mehr! Damals hat das nichts ausgemacht, weil ohnehin keiner im Netz war. Vorteil unserer Spielereien war, dass wir schon viel Erfahrung mit Sozialen Medien hatten, als „Street View“ 2010 so kontrovers diskutiert wurde. Wir waren dafür sehr aufgeschlossen, fanden die öffentliche Wahrnehmung skurril und haben uns gedacht: Oberstaufen ist schön, die könnten doch hier fotografieren.  
  
 
Zwischen Idee und Umsetzung klafft oft ein Spalt... 
Da half vor allem unsere Unbekümmertheit. Mit einer Wirtin haben wir eine Torte gebacken, auf der stand: „Herzlich willkommen in Oberstaufen, Google Street View“. Ein Foto davon haben wir in allen Medien gepostet, das von Vielen kommentiert wurde – rein positiv. Schon am nächsten Tag kamen die ersten Presseanfragen, von SWR, BR, SAT 1 Bayern. Wobei uns die Sender eingestanden, dass sie sich normal nicht für das Thema interessiert hätten. Wir stießen mitten ins Sommerloch.  
  
 
Wieso ein Tortenfoto? 
Wir wollten einfach die Botschaft senden: Wir finden „Street View“ cool. Über Twitter hat dann einer der Google-Pressemenschen geantwortet, dem wir wiederum ein Päckchen mit Souvenirs und einer Kuhschelle geschickt haben. Das landete sogar in einer der großen Fernseh-Talkrunden. Dann rief mich der PR-Chef von Google Europa an, der sinngemäß sagte: Wir finden’s sympathisch, dass aus einem kleinen, CSU-regierten Dorf in Bayern was Positives kommt. Der Konzern stand damals unter immensem Druck der deutschen Datenschützer. So entstand die Idee, „Street View“ mit Google zentral über die Tourist-Info in Oberstaufen freizuschalten.  
  
 
Wie wurde das gestemmt? 
Wir haben ein großes Fest organisiert, alle Bürger in Tracht eingeladen zu Freibier, die Musikkapelle und Alphornbläser haben gespielt... – am beeindruckendsten waren die TV-Übertragungswagen im Kurpark, „New York Times“, „Washington Post“, die Weltpresse war dabei.  
  
 
Wie nahm die Bevölkerung das Treiben auf? 
Ein Arzt hatte Google gebeten, sein Haus unkenntlich zu machen. Das konnte man im Internet beantragen. Seine Kinder hat er trotzdem in Tracht zur Party geschickt.  
  
 
Ist der Werbewert zu beziffern? 
Nein – und solche Coups laufen auch nicht strategisch ab. Wobei ich sowieso nicht der Mensch bin, der seinen Marketingplan bis auf den letzten Cent schon im November fertig hat. Ein anderes Beispiel ist unsere „Duz-Kampagne“ mit einem extra Schalter in der Tourist-Info, an dem die Gäste nur geduzt wurden.  
  
 
Wie kam es dazu? 
Wir stellten fest, dass wir Leute auf Facebook duzten und als sie vor uns standen wieder siezten. Das war einfach komisch. Okay – die Norddeutschen oder Menschen mit höherem akademischen Hintergrund fühlten sich nicht so wohl. Aber Gäste aus Österreich, der Schweiz, generell aus Süddeutschland haben sich viel wohler gefühlt, auch Ältere.  
  
 
Welche Absicht steckte dahinter? 
Ziel war eine emotionale Bindung. Die Gäste könnten auch nach Dubai fliegen, sogar mit Wärme-Garantie. Um sie für einen Urlaub bei uns zu gewinnen, muss man sie emotional packen, davon bin ich überzeugt. Lustig ist übrigens, dass ich mich mit dem Oberstaufener Bürgermeister gesiezt habe, bis er in Rente ging. Erst nach seiner Verabschiedung haben wir uns geduzt.  
  
 
Wie kam es zum Abschied aus Oberstaufen? 
Als ich Anfang 2016 mein zweites Kind bekommen habe war mir klar, ich kann meine Arbeit nicht mehr so weiterführen. In der Elternzeit bin ich außerdem zurück nach Isny gezogen, und bei meiner Nachfolgerin, Heidi Taumiller, die aus Oberstdorf kam, sah ich die Aufgaben in guten Händen. Es war ein schöner Zeitpunkt für mich, mal wieder was anderes zu machen. Mit dem beruflichen Hintergrund und dem Studium des klassischen Kurorte- und Destinationsmanagements habe ich mich im Februar 2017 dann selbstständig gemacht als Tourismus-Beraterin.  
  
 
Die jetzt auch die IMG führt... 
Eine Teilzeit-Geschäftsführerstelle in seinem Heimatort bekommt man nicht alle Tage. Das Angebot hat mich gereizt, weil es weit über den Tourismus hinausgeht, der nicht nur Wandern und Natur ist. Das Thema Kultur ist zum Beispiel was schönes Neues. In Isny finde ich eine große Bandbreite und ein Team mit großer Professionalität vor. Und selbst im Tourismus gibt es eine andere Konstellation: Die Waldburg-Zeil-Kliniken haben einen hohen Stellenwert, in Oberstaufen gab es nur zwei kleinere Kliniken, dafür 55 Hotels, hier in Isny sind es nur elf.  
  
 
Womit kann Isny punkten? 
Ich weiß aus Oberstaufen, dass viele Touristen Isny auf dem Schirm haben, egal ob wegen Friedrich Hechelmann oder Stadtmauer und Türmen, wie auch Wangen. Eine der beiden Städte stand bei vielen immer auf dem Programm.  
  
 
Hilft diese „Außensicht“ bei ihrer neuen Aufgabe? 
Mit Sicherheit, doch ich hatte immer Bezug zu Isny, das Herzblut zur Stadt ist mir angeboren. Ich war 15 Jahre weg, jetzt ist es sehr spannend, wieder reinzugehen.  
  
 
Was haben Sie sich vorgenommen?  
  
Ich muss mit den Leuten reden, Gespräche führen, Fragen stellen, um zu erfahren: Was ist hier eigentlich? Wie empfindet die Breite der Bevölkerung und der Gäste die Stadt? Erst dann kann ich meine Erfahrung mit einbringen. Sicher muss man in Sachen Digitalität was machen, Isny hat zum Beispiel keinen Instagram-Account. Das muss professionell sein, wenn man Emotionen verkauft.´  
  
 
Bisher waren Sie im operativen Geschäft, bei der IMG wird es mehr administrativ. Ein Problem? 
Ich habe bislang schon beides gemacht. Ich war Ansprechpartner für den Gast, für Gemeinderäte, den Bürgermeister, unsere Kooperationspartner. Sicher fällt viel Operatives weg, aber ich muss das Rad nicht neu erfinden, ich muss einfach schauen, dass die Leute der IMG arbeiten können. In Oberstaufen habe ich sehr geschätzt, dass mir der Bürgermeister immer den Rücken freigehalten hat. Als eine Hauptaufgabe sehe ich, die Öffentlichkeitsarbeit zu pflegen mit den wichtigesten Partnern, inner- wie außerorts.  
  
 
Auch mit Center Parcs? 
Auch das finde ich spannend, es birgt viele Chancen für Isny, wenn es uns gelingt, die Gäste – wie mit dem Ampelmännchen – nach links zu leiten, wenn sie den Park verlassen. Isny muss für Tagesausflüge, Kultur- und Naturgenuss erste Anlaufstelle werden. Wenn sich der ein oder andere dann in Isny verliebt, kann das nachhaltig für die Stadt werden. Davor brauchen wir keine Angst zu haben.  
  
 
Artikel aus: Schwäbische Zeitung, Ausgabe Isny, vom 17.11.2017.  
  
 
  
  
  
  
 
Veröffentlicht am: 30.11.2017  /  News-Bereich: Über uns
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